Carlos Bernegger

Der FC Luzern hat entschieden. Nach der herbeigesehnten Entlassung von Komornicki und dem einwöchigen Intermezzo Seoane’s als Interimstrainer, wurde letztes Wochenende verkündet, dass Carlos Bernegger neuer Chefcoach in der Leuchtenstadt wird. Es ist eine unkonventionelle Entscheidung, welche nicht nur auf Verständnis stiess. Allerdings hat der neue Mann Erfahrungen als Feuerwehrmann sowie auch als Coach und mit dem Nachwuchs. Nachfolgend einige Fakten zum argentinischen Neuankömmling.

Bernegger

 

Bernegger in Zahlen
Die Verkündung von Bernegger als neuen Trainer in Luzern scheint nur im ersten Moment überraschend. Der FCB Nachwuchskoordinator und Trainer der U-21 der Bebbi macht seit Jahren einen guten Job. Egal ob erst mit GC oder später beim FCB, hörte man nur lobende Worte über den emotionalen Dirigenten an der Seitenlinie. Mit dem zukünftigen Sportdirektor Alex Frei als scheidender FCB Profi und somit besten Verbindungen zum Argentinier wird schnell klar, wie dieser Deal zu Stande kam. Seit dem Sommer 2008 ist Bernegger am Rheinknie als Nachwuchskoordinator angestellt. Im Okober 2011 übernahm er zusätzlich das Amt des U-21 Coaches. Mit dieser Mannschaft machte er bisher 42 Spiele und holte im Schnitt 1.95 Punkte pro Spiel – eine hervorragende Bilanz. Auch bei GC war er jahrelang als Trainer für die U-21 zuständig und musste bei drei Trainerentlassungen als Interimslösung dienen. Dabei machte er jeweils eine gute Figur und konnte ein erstes Mal in der Öffentlichkeit auf sich aufmerksam machen. Ein längeres Engagement als Chefcoach scheiterte damals an fehlenden Diplomen. Nun hat Bernegger die nötigen Papiere, um ein solches Amt zu übernehmen und scheint auch genügend Selbstvertrauen zu haben, sich eine solch anspruchsvolle Arbeit zuzutrauen.

Risiken
Bernegger besitzt sicherlich das Potential, die Luzerner Mannschaft wieder auf den richtigen Weg zu führen. Auch seine Erfahrung als Feuerwehrmann in Notsituationen sollte ihm helfen, den Rest dieser schwierigen Saison erfolgreich zu gestalten. Allerdings bleibt abzuwarten, wie der Neuling mit dem Rummel umgehen wird. Luzern ist bekanntlich nicht das einfachste Umfeld. Der Erfolgsdruck auf Bernegger war dementsprechend noch nie so intensiv und in aller Öffentlichkeit beobachtet und diskutiert. Es ist deshalb auch ein Risiko, dem als Cheftrainer noch unerfahrenen einen Vertrag bis 2015 zu offerieren. Andererseits ist der 2-jährige Kontrakt ein Zeichen des Vertrauens und der langfristigen Ausrichtung, ohne welches er wohl nicht von Basel hätte weggelockt werden können.

Alex Frei
Noch bevor der neue Sportdirektor Alex Frei seine Tätigkeit offiziell aufgenommen hat, nimmt er Einfluss auf das Geschehen in Luzern. Die Verpflichtung Berneggers wäre ohne ihn wohl nicht zu Stande gekommen und man darf gespannt auf dessen Abschneiden warten. Heute wurde zudem das Gerücht eines Wechsels von Mario Eggimann nach Luzern erneut angeheizt. Frei und Eggimann kennen sich aus der gemeinsamen Nati-Zeit und waren bekanntlich gut befreundet. Eggimann’s Vertrag bei Hannover 96 läuft diesen Sommer aus. Er wäre demnach ablösefrei zu haben und könnte der wackligen Luzerner Defensive sicherlich zu mehr Stabilität verhelfen. Man darf auf die nächsten Schritte gespannt sein. Anstehende News erzeugten aber auch schon mehr Unbehagen.

Sportdirektor Alex Frei – Pro und Kontra

 Alex FreiAm Montag platzte die Bombe. Bereits im Vorfeld wurde gemunkelt, dass auf diesen Tag hin allenfalls ein neuer Sportdirektor in Luzern vorgestellt werden könnte. Der Akt an um für sich war dementsprechend keine Überraschung. Viel unerwarteter war der präsentierte Namen. Alex Frei wird per 15. April diese Position übernehmen. Vermutlich ging es den meisten Luzernern ähnlich. Es überwog primär einmal das Gefühl des Schocks. Langsam hat sich dieser etwas aus den Gliedern verabschiedet. FCL Fan Blog macht den Versuch und tastet sich mit ein paar Stichworten vermeintlich neutral und objektiv an den neuen Sportdirektor heran.

Pro: Ehrgeiz
Jedem fussballinteressierten deutschsprechenden Fussballfan ist der Name Alex Frei ein Begriff. Mit diesem Namen sind denn auch viele Geschichten und Attribute verbunden. Etwas sticht dabei immer hervor: Es ist dies der Ehrgeiz des Stürmers. Eigentlich zu klein und ohne herausragendes Talent, mauserte er sich zu einem Topspieler und gehört zum Besten, was die Schweiz in seiner Zunft je produziert hat. Zu verdanken hat er dies zu einem grossen Teil seiner Einstellung. Mit viel Ehrgeiz – zuweilen eher Verbissenheit – agierte er über die Jahre im Fussballgeschäft. Der Erfolg gab ihm schliesslich Recht. Wenn er mit dieser Einstellung sein Amt in Luzern antritt, scheint dies für den Verein eigentlich nur positiv zu sein.

Kontra: Erfahrung
Alex Frei ist nach wie vor als Stürmer beim FC Basel aktiv. Die Position des Sportdirektors oder auch ähnliche Positionen hat er noch nie belegt. Dementsprechend hat er keine Erfahrung, was er den genau zu tun hat in diesem Amt. In seinen vielen Profijahren konnte er zwar einiges beobachten und Informationen akkumulieren, die Ausführung des Jobs im Alltag wird sich von seiner Wahrnehmung wohl aber substantiell unterscheiden. Dies ist eine Gefahr für den FC Luzern.

Kontra: Betriebswirtschaftliches Verständnis
Noch weniger Erfahrung besitzt Alex Frei von betriebswirtschaftlichen Zusammenhängen. War dies noch ein Killerkriterium für den letzten Sportchef Hermann, so scheint es nun fast ein Hohn, wird ein Akteur für diese Position geholt, der noch weniger davon versteht als sein Vorgänger. Budgetplanungen – ob lang- oder kurzfristig – sowie das Abschätzen von Transfersummen und vieles andere wird für den Newcomer eine grosse Hürde. Nicht nur seine Position ist davon betroffen, sondern das wirtschaftliche Florieren des ganzen Vereins. Es besteht also durchaus die Gefahr eines Klumpenrisikos.

Pro: Kontakte
Durch seine langjährige Erfahrung in diesem Geschäft, konnte Alex Frei viele Kontakte im In- und Ausland gewinnen. Man kennt ihn und sein Name wird Türen öffnen – nicht nur bei anderen Vereinen, sondern auch bei Spielern. Dies ist ganz klar ein Pluspunkt für Luzern. Es besteht höchstens die Gefahr, dass das Wissen über seine Unerfahrenheit ausgenützt werden könnte.

Pro: Wille
Frei hat sich entschieden, seinen Vertrag mit Basel per Mitte April zu kündigen. Er verzichtet damit nicht nur auf viel Geld, sondern ebenfalls auf mögliche nationale und internationale Erfolge und somit viel Prestige. Er war zwar Teil dieser für Basel bisher so erfolgreichen Saison, wird aber die Früchte dafür nicht ernten können. Dies zeigt sein Wille, sein Amt als Sportdirektor in Luzern mit vollem Elan, Professionalität und Wille anzutreten.

Kontra: Sympathie
Nicht nur in Luzern herrscht ein sehr misstrauisches und skeptisches Verhältnis zum Namen Alex Frei. Ausserhalb von Basel geniesst er eigentlich keine Sympathien. Dementsprechend kritisch sind die Fans gegenüber dem neuen Sportdirektor eingestellt. Es wird eine Weile dauern, bis man sich an den eigenwilligen Charakter gewöhnt hat. Misserfolg würde schnell in Abneigung gegenüber Frei enden. Ob der emotionale Stürmer damit umgehen könnte, bleibt abzuwarten. Immerhin scheinen ihn das Alter und die neuen familiären Umstände etwas gezähmt zu haben.

Pro & Kontra: Charakter
Wie erwähnt besitzt Alex Frei einen starken und eigenwilligen Charakter. Dies könnte bei den speziellen Führungsstrukturen in Luzern zum Problem mutieren. Man ist es sich gewohnt, dass alle möglichen Vereinsexponenten öffentliche Äusserungen pflegen und so regelmässig ein Minenfeld anrichten. Ob sich Frei darin sicher bewegen kann, oder interne und externe Explosionen anrichtet, bleibt abzuwarten. Es besteht Potential für beide Entwicklungen.

Fazit
Die Verpflichtung von Frei als Sportdirektor bleibt eine zwiespältige Angelegenheit. Einerseits lassen sich durchaus Potential und somit Chancen erkennen. Andererseits birgt die Neuerwerbung auch Gefahren in sich. Was bleibt sind viele Unsicherheitsfaktoren. Sollte Frei erfolgreich agieren, werden Kritiker schnell verstummen und zu seinen grössten Befürwortern mutieren. Misserfolg würde das Umfeld in Luzern weiter anheizen. Zündstoff ist jedenfalls vorhanden.

 

Ursache-Wirkungszusammenhänge der Krise – Eine Anleitung zur Besserung

4:0 in St. Gallen!! Was für eine Ohrfeige. Der FC Luzern enttäuschte letztes Wochenende zutiefst. Auf die einzelnen Gründe dieser Niederlage lohnt es sich nicht einzugehen. Erwähnenswert bleibt aber doch, dass das Spiel nicht nur an der Tagesform gescheitert zu sein scheint. Ehrlich gesagt stand aus meiner Sicht das Spiel eigentlich gar unter positiven Vorzeichen. Luzern zeigte zuletzt gegen Zürich eine gute Leistung. Das 1:1 war ein Hohn für das gezeigte auf dem Platz. Auch deshalb stieg die Hoffnung, dass ein zuletzt offensiv schwaches St. Gallen zu besiegen wäre. Es kam bekanntlich anders. Die Innerschweizer enttäuschten auf der ganzen Linie. FCL Fan Blog begibt sich auf Spurensuche.

Der Kommentar von Alain Wiss in der NLZ im Vorfeld des Spiels in Mostindien drückt vermutlich am Besten aus, wo das grundsätzliche Problem liegt. Gemäss Wiss sei es in seinen sechs Jahren in der ersten Mannschaft im Verein noch nie so unruhig gewesen. Das lässt aufhorchen – überrascht aber keineswegs. Ein Investor, welcher sich ständig mit unpassenden Kommentaren in der Boulevardpresse meldet. Ein Coach, welcher aus schwer nachvollziehbaren Begründungen gestandene Spieler auf die Ersatzbank verbannt. Zudem kann er sich nur mit Mühe ausdrücken, während seine Ausbrüche auch noch missverstanden werden. Dies wird sich wohl auch in der internen Kommunikation widerspiegeln. Nicht zuletzt sind auch individuelle Entgleisungen einzelner Spieler negativ aufgefallen. Dazu passt, dass der Verein nur neun Monate nach erstmaligem Einstellen eines Sportchefs bereits wieder die ganze Organisation umkrempeln will. Momentan hat der FC Luzern kein Konzept, keine einheitliche Kommunikation, weder eine passend zusammengestellte noch intakte Mannschaft und somit auch ausbleibende Resultate. Überraschend kann die momentane Lage für niemanden gekommen sein. Sie ist im Gegenteil das Resultat penibler und konsequenter Selbstzerstörung.

 

Heilung in 5 Schritten

Schritt 1: Zuerst einmal muss Ruhe in den Verein einkehren. Zumindest gehören weder interne Probleme noch die Frisuren einzelner Vereinsmitglieder öffentlich diskutiert. Das müsste eigentlich selbstverständlich sein und es wird ermüdend, dies Gebetmühleartig zu predigen. Wie das für einige Exponenten des Vereins unbegreiflich sein kann, geht wohl keinem gesunden menschlichen Wesen in den Kopf.

Schritt 2: Der FC Luzern braucht ein Konzept – eine zukunftsgerichtete, stringente Ausrichtung, an welcher sich der ganze Verein orientiert und sie auch einhält. Der aktuelle Hühnerhaufen kann nicht beibehalten werden. Damit geraten wir in ernsthafte Abstiegssorgen – Q.E.D. Jetzt muss gehandelt werden.

Schritt 3: Der Verein braucht einen kompetenten Sportchef. FCL Fan Blog fordert, keinen teuren Mann wie Ilja Kaenzig einzustellen, dessen Leistungsausweis zudem katastrophal ausfällt. In Bern hat er mit viel Geld nur Schaden angerichtet. Das Resultat dessen zeigt YB Woche für Woche auf dem Platz. Eine überteuerte und seelenlose Mannschaft, welche konzeptlos und willkürlich zusammengewürfelt wurde. Viel mehr braucht der FCL einen stillen Schaffer im Hintergrund, welcher durch gute Arbeit überzeugt. FCL Fan Blog nennt hier deshalb einen solchen Namen und fordert Axel Thoma vom FC Wil als Nachfolger von Heinz Hermann. Thoma hat in Wil nun über Jahre mit kleinem Budget hervorragende Arbeit geleistet und konstant neue Talente aus dem Hut gezaubert. Eine Liste von Namen der letzten Jahre bestätigt dies: Fabian Schär, Anatole Ngamukol, Dzengis Cavusevic, Sally Sarr, Dario Lezcano, Stipe Matic, Adrian Winter oder Elsad Zverotic sind nur einige der heute gestandenen Super League Spieler, welche in Wil gefördert wurden. Und sie kosteten kein Vermögen.

Schritt 4: Der Verein braucht einen kompetenten, integeren, sozialtauglichen und selbstbewussten Coach. Koko mag durchaus sympathisch sein, einen grossen Aufschwung mit dieser Mannschaft traue ich ihm aber nicht zu, obwohl es momentan nicht dringend grosse Verstärkungen dafür bräuchte. Der Coach ist in der Super League schlicht überfordert.

Schritt 5: Das Team muss als Einheit kämpfen. Momentan scheint es zu oft so, als ob 11 Einzelsportler auf dem Platz stehen. Mit solcher Attitüde lässt sich kein Blumentopf gewinnen. Was Teamspirit bewirken kann, hat die letzte Saison gezeigt. Dies muss für die jetzige Mannschaft das Ziel sein.

 

Wo seht Ihr die Probleme oder Lösungsansätze?

 

 

 

P.S.: Leider komme ich momentan nur sehr eingeschränkt zum Schreiben. Gerne möchte ich deshalb wieder einmal dazu aufrufen, dass jede Stimme willkommen ist, auf FCL Fan Blog seine Meinung zu veröffentlichen. FCL Fan Blog würde sich über Artikel und Beiträge freuen und diese gerne entgegen nehmen, um sie hier zu veröffentlichen. Die Diskussion soll aufrechterhalten werden!!

Der FCL Vorrunden-Check

Die Vorrunde ist gelaufen. Vieles ist passiert, jedoch noch nichts entschieden. Luzern stieg denkbar schlecht in diese Saison, fing sich jedoch zum Ende der Vorrunde hin etwas und konnte das ärgste Vermeiden. Dies ist aber auch schwachen Kellerpartnern und der stark gesunkenen Erwartungshaltung zu verdanken. Vor der Saison hätte niemand gedacht, dass man sogar das Wort Abstieg in den Mund nehmen müsste. Und doch kam man teilweise diesem 10. Platz gefährlich nahe. FCL Fan Blog schaut zur vorweihnachtlichen Stimmung nochmals in alphabetischer Ordnung zurück auf die Entwicklungen dieser bisherigen Saison 2012/13.

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Ärgernis: Die vielleicht grösste Nervensäge der Vorrunde wusste der FCL wieder einmal in den eigenen Reihen. Alpstaeg fegte wuchtig und nicht minder sinnlos durch die Medienlandschaft. Da war doch schon mal was?!

Bluttat: Nur ungern erinnert man sich an den Kopfstoss von Rangelov an Thiesson. Welch Abgründe sich in einer Mannschaft doch auftun können!

Captain: Nach einigen Querelen wurde Claudio Lustenberger zum neuen Captain ernannt. Seither führt er das Schiff von der linken Verteidigung aus. Gute Ansätze sind sichtbar, aber es braucht wohl doch noch etwas Eingewöhnungszeit.

Debakel: Wie letzte Saison gelang dem FCL auch dieses Jahr im Cup eine Sensation. Auf das Erreichen des Finals hin folgte jedoch die unrühmliche Niederlage gegen Delemont.

Europa League: Gross waren die Hoffnungen. Noch grösser die Enttäuschung. Die Aussichten waren gut – wirklich gut. Und dann kamen die rote Karte und das Gegentor in Genk. Aber wir geben nicht auf und werden es sobald als möglich wieder versuchen.

Flop: Bei der Auswahl zum Flop-Transfer dieser Saison braucht sich Luzern nicht zu verstecken. Dimitar Rangelov hat ganze Arbeit geleistet und uns in dieser Kategorie in die Pole Position manövriert. Mit spektakulär-unrühmlichen Aktionen hievte er sich fast schon wöchentlich in die Schlagzeilen. Ein notorisches Suchen nach Aufmerksamkeit?

Gygax: Der ehemalige Nati-Spieler bleibt weiterhin nicht mehr als ein Mitläufer in dieser Mannschaft. Trotz seiner Erfahrung vermag er auf dem Platz keine Schlüsselrolle einzunehmen und fristete zuletzt wieder ein Reservistendasein.

Hauser: Der neue Präsident übte sein Amt bisher auf sympathische Weise aus. Dumm nur, dass ihm immer wieder Stolpersteine aus den eigenen Reihen in den Weg gelegt werden.

Ianu: Zum Ende der Vorrunde hin tauchte das Gerücht einer Rückkehr von Cristian Ianu zum FC Luzern auf. Von beiden Seiten wurde das Interesse nicht dementiert. Der Stürmer drückte sogar seine Verbundenheit zu den Innerschweizern aus. Es wäre eine tolle Weihnachtsüberraschung, den Rumänen wieder in der Leuchtenstadt begrüssen zu dürfen.

Juli: Seit Mitte Juli ist die Saison am Laufen. Ganze fünf Monate durften wir uns nach der Sommerpause also bereits wieder dem hiesigen Fussball widmen. Viel Herzerwärmendes konnte dabei jedoch nicht in die Winterpause genommen werden.

Komornicki: Der neue FCL Coach machte seine Aufgabe bisher nicht schlecht. Etwas unüberlegt-impulsiven Aussagen zum Trotz vermochte er die Mannschaft bisher offensichtlich zu erreichen.

Lachnummer: Das Komödiantenstadl neben dem Platz vermochte wieder einmal zu überzeugen. Die Schlagzeilen jedenfalls waren uns sicher.

Meisterschaft: Zwar werden wir dieses Jahr nicht mehr ganz oben mitspielen, dennoch zeichnet sich eine der spannendsten Saisons seit langem ab. Lassen wir uns aus der Ferne Spektakel bieten.

Niederlage: Am meisten Niederlagen in der Vorrunde fing sich Servette ein. In 18 Spielen verloren die Genfer ganze 11 Mal und landeten in der selben Zeit nur zwei Vollerfolge. Luzerns Bilanz liest sich nur wenig besser. Acht Niederlagen und vier Siege zeugen von einer sehr durchwachsenen Vorrunde.

Opium: Bis jetzt war das auf dem Platz gebotene keine Augenweide. Zu lange wurde die FCL Fan Droge des unbändigen Willens, des Kampfes und der Leidenschaft vermisst. Das Opium für die Anhänger wurde nur in geizigen Mengen verteilt. Die Hoffnung auf ‚Bunga-Bunga‘ in der Rückrunde lebt.

Prestige-Sieg: Auch wenn wir diese Saison noch nicht überzeugen konnten, so vermochten wir doch eines der wichtigsten Spiele zu gewinnen. Im Heimspiel gegen den FCB wurde Yakin’s Amtsantritt richtig versalzen.

Quelle: Wie so oft in Luzern’s neuester Geschichte kamen die Initianten von Unruhe aus den eigenen Reihen. Dieses unsägliche Fass ohne Boden müsste endlich gestopft werden.

Rasen: Der Platz blieb während der Vorrunde in gutem Zustand. Zum Glück haben wir keinen Kunstrasen angeschafft.

Stimmung: Die Stimmung im Stadion war nicht immer top. Das Niveau auf dem Platz wirkte auf den Rängen oft ansteckend. Nichts desto trotz belegt Luzern mit einem Schnitt von 12‘582 Fans Rang vier in der Zuschauerstatistik.

Zuschauerstatistik Vorrunde 201213

Topp: Erneut positives zu berichten gibt es von Alain Wiss. Dieses Jahr hat er sich nochmals weiterentwickelt und zog in Renggli’s Absenz die Fäden im FCL Spiel. Chapeau vor der starken Leistung des Juwels.

Unke: Allen Unkenrufen zum Trotz hat sich Komornicki bis heute im Amt gehalten. Allgemein gab man ihm wenig Kredit, doch er hielt sich tapfer im Gegendwind. Seine Position scheint dennoch relativ wacklig.

Verletzung: Leider fiel Michel Renggli fast die gesamte Vorrunde aufgrund einer Fussverletzung aus. Schmerzlichst haben wir ihn vermisst und hoffen, dass er auf die Rückrunde hin in Bestform zurückkehrt.

Wunschelf: Angenommen es wäre Weihnachten und man dürfte sich eine Startformation aussuchen. Wie würdet ihr den FC Luzern in der Rückrunde auflaufen lassen?

Xamax: Da war doch mal was?!

Yakin: Mit ihm wurde die Saison in Angriff genommen. Nach nur 6 Runden war Schluss und Yakin musste gehen. Mittlerweile hat er in Basel wieder Arbeit gefunden.

Zahnlücke: Nach Stephane Chapuisat hätte es Jerome Thiesson beinahe in die prestigeträchtige ‚Zahnlücke of fame‘ geschafft. Der Schaden wurde öffentlich jedoch nie gezeigt. Thiesson zog es vor, bereits vor den öffentlichen Auftritten den Zahnarzt zu konsultieren.

Bernhard Alpstaeg – Medientrampel

Eigentlich schien das Problem behoben. Walter Stierli trat Ende der letzten Saison als Präsident des FCL zurück und liess die Hoffnung aufkommen, dass ungeübte und selbstdarstellende Medienauftritte von FCL-Exponenten der Vergangenheit angehören. Da hat die Fussballschweiz die Rechnung jedoch ohne Bernhard Alpstaeg gemacht. Er hatte wohl den inneren Drang, diese untolerierbare Ruhe zu beseitigen und das Vakuum zu füllen. Seit dieser Saison poltert er ganz in Stierli-Manier durch die Medienlandschaft.

Bernhard Alpstaeg

Erst vor wenigen Wochen beschuldigte Alpstaeg Trainer Komornicki und Sportchef Hermann öffentlich, keine Ahnung von Fussball zu haben. Sie würden zudem ihren Job vernachlässigen. Seiner Meinung nach hätten sie somit eigentlich entlassen gehört. Jedenfalls wollte er nicht mehr länger zuschauen und Änderungen anstossen. Diese Aussagen nahm er auch nach Feststellen des Schadens seiner Unruhestiftung nicht zurück. Inhaltlich hatte er insofern natürlich recht, als das die Mannschaft unter aller Sau spielte und man sich als FCL Fan gedemütigt vorkam. Die Art und Weise seines Auftritts rechtfertigte dies jedoch keineswegs. Solche Dinge gehören intern geregelt, wenn den ein Investor überhaupt in diesem Bereich Mitspracherecht bekommen soll. In seiner Grösse und Kulanz stand Altstaeg wenig später mit verschränkten Armen im Blick und verkündete der Mannschaft sieben Spiele Zeit geben zu wollen. In der Winterpause werde dann Bilanz gezogen. Auch Mike Hauser wurde angedroht, die Konsequenzen ziehen zu müssen, wenn er weiterhin erfolglos Komornicki und Hermann unterstütze. Kapitel zwei in der unsäglichen Saga.

Die neuste Eskapade mit Murat Yakin macht keine Hoffnung auf Einsicht bei Alpstaeg. Er scheint an der neuen Rolle Gefallen gefunden zu haben und trägt seine Anliegen weiterhin durch die Medien. Sich öffentlich zu erbosen und mit unqualifizierten Äusserungen a la ‚jetzt ist er zurück bei Mami‘ schafft man sich keine höhere Glaubwürdigkeit. Dem sympathischen Inhalt zum Trotz muss die Frage gestellt werden: Wer stoppt den Wahnsinnigen? Denn der Investor schafft mit seinen verwirrten Auftritten einzig, die Unruhe immer wieder anzuheizen. In Stierli hatte Alpstaeg natürlich einen grossen medialen Lehrmeister. Es scheint so, als ob er gut aufgepasst und viel gelernt hat. Im Soge der traditionellen Medienaussetzer sah er jetzt seine Chance und packte zu. Die Schlagzeilen sind ihm sicher.

Immerhin etwas Gutes hat die Sache. Die Motivation dürfte für nächsten Sonntag noch grösser sein als sie ohnehin schon ist. Die FCL Spieler und die Anhänger wollen Muri seinen Amtsantritt bei Basel mit einer Niederlage richtig vermiesen. Der Grundstein zu einer heissblütigen Partie ist jedenfalls gelegt.

Vorbericht zum Spiel in Sion

Nach dem Sieg am letzten Wochenende steigt die Vorfreude auf das Spiel im Wallis und die Hoffnung auf eine weitere Besserung der Lage. Die Zuversicht war zumindest schon weniger gross, auch wenn viele Fragen - wie zum Beispiel die Eignung von ‘Koko’ als FCL-Coach – weiterhin ungeklärt bleiben. Drei weitere Punkte am Sonntag und mögliche zehn Punkte Vorsprung auf Servette (treten in Basel an) nach der 12. Runde würden das grassierende Abstiegsgespenst vorerst in weite Ferne rücken lassen. Gar der Anschluss ans Mittelfeld wäre wieder geschafft.

Unter diesen Vorzeichen kommt es diesen Sonntag im Wallis zum Duell zweier Krisenklubs. Der FC Sion empfängt den FC Luzern. Noch weiss keine Seite so recht, was von diesem Spiel erwartet werden darf. Am letzten Spieltag haben die Leuchten nach längerer Durststrecke endlich wieder einmal ein Spiel für sich entschieden. Der Vollerfolg gegen Thun war enorm wichtig, um Selbstvertrauen zu tanken und den Glauben an die eigenen Fähigkeiten zu stärken. Die Mannschaft hat den vermissten Kampfgeist gezeigt. Auch wenn der Gegner schwach auftrat und im Luzerner Spiel noch längst nicht alles funktionierte, so ist doch die Erkenntnis geblieben, dass der Wille Spiele gewinnen kann. Mit einer ähnlichen Einstellung liegt auch gegen den FC Sion etwas drin.

Nach einem gloriosen Saisonstart haben die Sittener zuletzt stark abgebaut. Hinzu kamen eine Trainerentlassung, Stunk mit Spielern und der Pyro-Zwischenfall gegen St. Gallen, welcher mit einem geschlossenen Fan-Sektor bestraft wurde. Aus den letzten fünf Meisterschaftsspielen vermochte der FC Sion nur noch ein Spiel zu gewinnen – zu Hause gegen den FC Thun. Daneben setzte es schmerzliche Niederlagen gegen Zürich, Basel und St. Gallen ab. Nicht zuletzt vergab man letztes Wochenende auch noch eine Zwei-Tore-Führung gegen Zürich in letzter Minute. Dies wird der Moral kaum zuträglich gewesen sein. Von der zu Saisonbeginn hochgelobten Defensive war zuletzt wenig beeindruckendes mehr zu sehen. Sion steht für dieses Heimspiel unter Druck. Trotz allen Querelen haben die Walliser bisher aber mehr als doppelt so viele Punkte gesammelt wie die Luzerner. Den Gegner schwach zu reden oder gar zu unterschätzen wäre angesichts der eigenen Situation deshalb falsch. Sion bleibt der Favorit in diesem Spiel. Zumal sie vorne nur wenige Chancen brauchen, um ein Tor zu erzielen. Unsere Defensive darf sich deshalb keine Fehler erlauben. Sion verfügt mit Gattuso und Serey Die zudem über ein extrem starkes zentrales Mittelfeld von internationalem Format. Ungeachtet unserer Aufstellung haben die Walliser in diesem Bereich zweifelsohne mehr Qualität. Dafür sind ihre Flügel eher schwach besetzt. Margairaz und Crettenand haben bis jetzt noch keine Stricke zerrissen und sollten zu kontrollieren sein. Luzerns Waffen müssen über das eigene Flügelspiel eingesetzt werden. Kampfstarke und schnelle Läufer auf der Seite sind in der Lage, der eher behäbigen Sittener Defensive Probleme aufzugeben.

Mit etwas verbesserter Effizienz im Vergleich zu den Vorwochen und einer stabilen und fehlerlosen Hintermannschaft liegt in diesem Spiel durchaus etwas drin. Luzern braucht einen selbstbewussten und soliden Auftritt. Damit sind die Sittener momentan durchaus zu beeindrucken und definitv schlagbar.

HO-HO-HOPP LOZÄRN!!

Ratlos, Mutlos, Ideenlos, Kampflos…

Die Liste der im Titel erwähnten Adjektive könnte beliebig fortgesetzt werden.  Es sieht so aus als ob es nicht nur dem Fan so geht. Auch die Spieler auf dem Platz, der Coach und die Vereinsführung haben keinen Dunst, wie sie aus dem aktuellen Tief finden könnten. Lustenberger bemerkt zu Recht, dass es momentan anscheisst. Hermann spricht von einer diskussionslosen Leistung gegen GC und fügt an, er wisse auch nicht was man intelligentes dazu sagen könne. Die Leuchten kicken absolut grottig. Eine miserable Vorstellung gegen GC hat dem Fass den Boden endgültig raus gehauen. Man getraut sich kaum mehr an das Wagnis einen positiven, optimistischen Vorbericht zu schreiben. Die Lage ist so schlecht, dass meist nur noch Hoffnung bleibt. Auf dem lässt sich nichts aufbauen.

KÄMPFT!!

Viele Experten vermiesen die Analyse. Auf tiefgründige taktische Analysen soll deshalb verzichtet werden. Aber etwas ist schon augenfällig. Die Mannschaft lässt den Willen und die Leidenschaft völlig vermissen. Klar, man ist momentan verunsichert, Pässe verspringen oft und zu einfach, die zweiten Bälle gehen meist an den Gegner, das Timing ist schlecht und das Glück den Luzernern momentan schlicht nicht gut gesinnt. ABER: in solchen Situationen wendet sich das Blatt nur, wenn jeder der 11 Mannen auf dem Platz den Kampf annimmt. Den Kampf gegen den Gegner und auch den Kampf gegen sich selbst. Nur diese unermüdliche Bissigkeit bringt das Selbstvertrauen und auch den launischen Fussballgott wieder auf die eigene Seite. Seien wir ehrlich. Luzern hat in den letzten Spielen zu wenig gemacht und gemessen am Einsatz der Gegner schlicht nicht verdient zu gewinnen.

Als Amateur-Fussballer kenne ich das Gefühl, wie es ist, wenn man Betonklötze an den Beinen hat, keinen Ball mehr kontrollieren kann und nichts zusammen läuft. In diesen Situationen hilft nur eines. Augen zu und kämpfen. Man muss den Kontakt mit dem Gegner suchen, grätschen, laufen, beissen… Irgendwann und ohne es zu merken fängt man wieder an, solche Duelle zu gewinnen. Und ehe man es sich versieht läuft auch das Spiel wieder besser. Es braucht kein tiefgreifendes Verständnis, um genau diese Zweikampf-Bilanz in den letzten Spielen anzukreiden. Aggressiv-Leader wie Muntwiler oder Hochstrasser und andere meiden das Duell Mann gegen Mann. Und scheue gelegentliche Duelle verlieren sie. So haben wir in letzter Zeit zu oft die Herrschaft über das Mittelfeld kampflos weggegeben. Eine gewisse Lauffäule auf den Flügeln kam dazu. Händeverwerfen statt hinterher zu rennen. Das Kollektiv fiel auseinander. Teams wie Luzern – ohne grosse Einzelkönner – fallen so gnadenlos auseinander. Und genau das ist passiert. Kann der Coach die Spieler nicht mehr motivieren, muss der Captain ran. Und schafft auch er es nicht dann soll sich der FCL halt einen Mentaltrainer oder was auch immer holen. Es kann nicht sein, dass ein Team auf den Platz geht und froh ist, wenn die 90 Minuten so schnell wie möglich rum sind. Wir brauchen kein Tiki-Taka. Wir wollen kein Tiki-Taka. Was der Luzerner Fan schon immer sehen wollte ist Kampf. Der unbändige Wille und Einsatz – Leidenschaft pur für blau-weiss.

Steht auf. Seid stolz für unsere Farben zu spielen und betretet das Spiel erhobenen Hauptes. Niemand ist euch böse wenn ihr verliert. Aber der Wille für den Sieg muss erkennbar sein. Und das ist es, was ich momentan vermisse. Coach, Startaufstellung, Taktik, Gegner hin oder her. Der Gegenspieler muss Angst haben gegen euch in den Zweikampf zu gehen. Die umgekehrte Situation, welche gegenwärtig auf dem Platz beobachtbar ist, macht mir Angst. Ich bin überzeugt, dass diese Mannschaft mehr kann als sie momentan zeigt. Findet selbst auch diese Überzeugung und steht füreinander ein. Dann kommen die Leistungen von selbst und damit auch die Erfolge.

Auf jetzt!!!!! Verdammt nochmal!!!

It’s a shame!

Nach der schockierenden Erstrundenniederlage gegen die Fussballmacht aus dem Jura, konnten nach Fassung ringend doch noch einige Worte zusammengestottert werden. Das schlimmste an dieser gellenden Ohrfeige ist meines Erachtens, dass das Ausscheiden zwar unerwartet kam, aber nicht wirklich jemanden aus dem Sessel jagte. Es wurde irgendwie gar ein bisschen mit einer Niederlage gerechnet. Zu schlecht ist die momentane Verfassung der Mannschaft.

Es wäre zu einfach die ganze Schuld unserem ‚bulgarnix‘ anzuhängen. Er ist jedoch zweifelsohne ein grosses Steinchen im Mosaik des Misserfolgs. Allerdings sind auch Spieler wie Muntwiler, Winter, Stahel oder Zibung bisher mehr ein Ärgernis denn stolze Vertreter unserer Farben. Schliesslich bleibt die Feststellung: Wenn man gegen Delémont nicht bestehen kann, wird es auch gegen Lausanne und Konsorten schwierig. Die Mannschaft ist momentan völlig verunsichert. Das Cup-Spiel war schlichtweg schwach. Kaum Torchancen für den Favoriten, obwohl man zwei Ligen höher spielt und der Gegner bisher kaum ein Bein vors andere brachte. Und jene Möglichkeiten die man herausspielte, wurden kläglich versiebt. Hinten schwimmt die Komornicki-Truppe ohnehin seit Saisonbeginn. 13 erhaltene Tore in 8 Saisonspielen sind trauriges Zeugnis dieser Feststellung. Der FCL verschwindet also weiterhin hin nicht aus den Negativ-Schlagzeilen der Boulevardmedien.

Der Tiefpunkt scheint erreicht. Das Aus im Cup und in der Europa League, Rang 8 in der Super League mit erst 6 Punkten. Bereits wurde ein Trainer in die Wüste geschickt, der Captain seines Amtes enthoben und Bussen an die Spieler verteilt. Zugegebenermassen, die Höhe dieser Geldstrafen ist angesichts der Spielerlöhne und der entgangenen Einnahmen absolut lächerlich. Damit beweist die Führung weder Stärke noch Konsequenz. Die Hühnerhaufen-Metapher scheint einmal mehr angebracht. Der FCL braucht endlich ein Konzept. Eine langfristige Ausrichtung. Eine starke Führung. Willige, motivierte, leidenschaftliche Spieler. Leitfiguren auf dem Platz. Ein guter und gesunder Mix zwischen Alt und Jung. Verstärkungen, welche diesen Namen auch verdienen und schliesslich auch einmal eine taktische Ausrichtung. Eine, welche nicht nur auf dem Papier existiert, sondern auch auf dem Platz sichtbar ist. Zum Schluss hülfe natürlich auch Ruhe, um das Ganze setzen und sich entwickeln zu lassen.

Es ist im Nachhinein immer einfach solche Dinge festzustellen und zu kritisieren. Es sind aber nun schon seit geraumer Zeit die exakt selben Punkte, welche moniert werden. Ob Yakin oder Komornicki macht da keinen grossen Unterschied. Muri vermerkte nicht zu Unrecht, dass er mit reaktivierten Challenge League Spielern Mühe hat auf ein anständiges Niveau zu kommen, gerade wenn auch noch wichtige Spieler verletzt sind. Kann es sein, dass die FCL-Führung die Probleme nicht sehen will? Noch schlimmer wäre gar, wenn sie es nicht sehen und verstehen kann? Was unser Verein braucht ist Struktur. Proaktives agieren und nicht stetiges reagieren. Nur so bekommt man Kontrolle über ein Team und eine solide Zukunftsaussicht. Andere Klubs machen es vor. Der FC Thun beispielsweise spielt seit Jahren konstant und über seinen Verhältnissen. Andres Gerber und der Rest dieses Teams haben es geschafft, Ruhe und Ordnung sowie Konstanz und Planungsweitsicht einzuführen. Solch ein Beispiel dürfte gerne auch in Luzern Schule machen. Was in einer guten Spielzeit, wo die oben erwähnten Punkte funktionieren, möglich wäre, hat die letzte Saison zeitweise aufgezeigt.

Sportlicher Erfolg ist nicht simpel planbar. Es ist ein hochkomplexes und unvorhersehbares Unterfangen. Es wird aber durch solides und ruhiges Arbeiten im Hintergrund sicherlich gefördert. Und solch unspektakuläre Chrampfer gibt es in Luzern momentan zu wenig – auf und neben dem Platz.

Wo seht ihr Handlungsbedarf?

Stephan Andrist leihweise zum FCL

Wie der FC Luzern gestern verkündete, wechselt Stephan Andrist per sofort leihweise zum FC Luzern. Er unterschrieb einen Vertrag bis Ende Saison mit der Option für eine Festübernahme. Der wirblige Flügelflitzer könnte durchaus zu einer echten Verstärkung für unser Team mutieren. Bisher überzeugte die Mannschaft nämlich keineswegs. Vor allem in der Offensive wurden fehlende Kreativität und Effizienzprobleme moniert. Der Abgang von Nelson Ferreira hat deutliche Spuren hinterlassen. Der unbändige Wille wurde teilweise vermisst und der Konkurrenzkampf nahm ab. Daneben präsentierte sich auch Adi Winter nicht gerade in Bestform. Der Rest der Geschichte ist hinlänglich bekannt. Es wurden leichtfertig Punkte vergeben und man rangiert momentan auf Platz 8. Das die Verantwortlichen darauf reagieren ist richtig.

Andrist, welcher vor Jahresfrist von Thun nach Basel wechselte, versauerte dort zuletzt auf der Bank. Gründe dafür sind schwer auszumachen. Zwar besitzt Basel zweifelsohne ein starkes Kader, aber Andrist bekam eigentlich nie eine faire Chance. Er wurde ursprünglich als back-up verpflichtet, zu einer Zeit als sich Stocker gerade verletzte. Zum Einsatz kam er dann aber trotzdem wenig. Seit Stocker’s Rückkehr fiel Andrist ausser Rang und Traktanden. Dass der Berner aber etwas auf dem Kasten hat, bewies er zuvor in Thun. Auf der linken Seite war er ein schwer kontrollierbares Element der Thuner Offensive. Mit Tempo und den nötigen technischen Fähigkeiten schaffte er es regelmässig, seine Gegenspieler zu versetzen. Auch vor dem Tor überzeugte er mit Spielwitz und Abgezocktheit. In Luzern soll seine Karriere neu lanciert werden und Andrist endlich wieder Spielzeit erhalten. Für uns kann dieser Spieler eigentlich nur Positives bewirken. Schlechter kann das Flügelspiel kaum werden. Sollte Andrist tatsächlich zu alter Form zurückfinden, wäre er zweifelsohne eine Verstärkung für die Leuchten. Dieser Transfer kann deshalb als gelungenes Leihgeschäft eingestuft werden. Die Antwort muss nun auf dem Platz folgen.

Vorbericht zum Spiel in Genf

Wow. Kaum lockt das internationale Geschäft spielen die Luzerner wie ausgewechselt. Neo-Coach Komornicki bewies ein goldenes Händchen und schaffte es den Spielern die lang vermisste richtige Einstellung mit auf den Platz zu geben. Die Mannschaft hat sich nicht mehr wie früher mit taktischen Geplänkeln aufgehalten und frisch nach vorne gespielt. Dies hat nicht nur den Akteuren auf dem Platz sondern auch dem Publikum Spass gemacht. Jetzt gilt es, diesen Schwung in die Meisterschaft mitzunehmen.

Servette ist der einzige Klub der sich in der Tabelle noch hinter uns befindet. Dieses Team wäre also durchaus zu packen. Nach wie vor sind die Genfer in der Defensive merklich geschwächt, wo mit Baumann, Diallo und Routis drei potentielle Stammkräfte fehlen. Die vielen Rotationen in der Innenverteidigung haben den auch dazu geführt, dass Servette defensiv keine Bank ist. Luzern hat also einen direkten Anknüpfungspunkt zur Kreation von Chancen. Die Grenats müssen mit frühem Pressing unter Druck gesetzt werden. Dann verlieren sie schnell die Organisation und den Ball. Mit etwas Geschick können die Leuchten dies in Tore ummünzen. Es sollte möglich sein, gegen diese Mannschaft 2-3 Mal einzunetzen. Allerdings wird es kein Selbstläufer, denn die Genfer stehen vor allem im zentralen Mittelfeld extrem eng und gut gestaffelt. Es wird deshalb an Wiss und Muntwiler liegen, dort eine Überlegenheit zu kreieren und die Bälle dann intelligent nach vorne zu verteilen.

Mit dem Sieg gegen Genk im Rücken werden die Luzerner mit viel Selbstvertrauen auf den Platz kommen. Eine gute Leistung in diesem Spiel könnte den Knoten endgültig zum Platzen bringen. Ich bin überaus optimistisch, dass dieses Kunststück gelingt und wird uns schon sehr bald aus dem Tabellenkeller verabschieden.

HO-HO-HOPP LOZÄRN!!!

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