Match-Vorbericht zum Spiel in Genf

Momentan sieht’s ja so aus, als ob Servette die Kurve in letzter Sekunde gerade noch kriegt. Mindestens für eine weitere Woche wird der Verein seiner Existenz noch frönen können. Das heisst, das Spiel am Sonntag sollte wie angesetzt stattfinden. Deshalb wie gewohnt der Match-Vorbericht zum Spiel.

Über 1000 LU's in Basel

Zuerst noch eine kurze Rückschau auf den Spitzenkampf vom letzten Wochenende. Luzern hat sich in Basel eigentlich nicht schlecht präsentiert und seine Haut teuer verkauft. Die Niederlage kam zwar nicht überraschend, war aber dennoch unnötig. Herausstreichen lässt sich vor allem die Leistung unseres Abwehrpatrons Puljic. Bei allen Gegentoren hatte er seinen Anteil und trägt eindeutig die Hauptschuld an der Niederlage. Beim ersten Tor verursachte er das Foul (wobei ich finde, dass man über Foul oder nicht hier diskutieren kann, schliesslich war Puljic viel früher und für alle deutlich sichtbar am Ball), welches zum 1:0 führte. Zudem hätte er nach der Ausführung Abraham übernehmen und am einnicken hindern müssen. Der Basler Innenverteidiger genoss jedoch alle erdenklichen Freiheiten und nutzte dies kaltblütig aus. Die Zuordnung bei diesem Freistoss war generell sehr schlecht. Beim zweiten Tor dann verlässt Puljic völlig überflüssig den Abwehrverbund und versucht sich in ein Kopfballduell mit Streller einzumischen. Leider sieht man schon früh, dass er viel zu spät kommt. Sein darauffolgendes Fehlen in der Viererkette brachte die Organisation völlig durcheinander. Sarr wusste nicht wie reagieren. Lustenberger war viel zu zögerlich und schon hatte Frei abgezogen und getroffen.

Tomislav Puljic

Beim dritten Tor agierte Puljic schliesslich zu sorglos und verliert den Ball im Aufbauspiel. Basel nutzte dies blitzschnell aus und das Spiel war entschieden. Normalerweise ist es zu einfach, nur einem Spieler die Schuld zuzuschieben. Hier kommt man aber beinahe nicht darum herum. Luzern bot sonst als Mannschaft eine sehr geschlossene Leistung und liess Basel zu keinem Zeitpunkt das Spieldiktat übernehmen. Die Organisation stimmte. Zwar kreierte Yakin’s Mannschaft nach vorne nicht allzu viel, war aber zu jedem Zeitpunkt ebenbürtig. Nur, Basel ist momentan in absoluter Top-Form und nutzte jede Chance, die sich ihnen bot. Luzern gab den Bebbi durch individuelle Fehler die Möglichkeiten und Basel verwertete sie. Dies machte schlussendlich den Unterschied zugunsten der rot-blauen. Einmal mehr darf man aber die Leistung des Luzerner Mittelfelds loben. Die Spieler setzten die taktischen Massnahmen perfekt um und sorgten so bei Basels Aufbauspiel beinahe schon für Ratlosigkeit. Erst die Einwechslung Xhaka’s vermochte dies zu ändern. Vorne sind die Leuchtenstädter jedoch leider nach wie vor harmlos. Dank gutem Pressing konnten einige Bälle erobert werden, was ansatzweise zu Gefahr führte. Schön herausgespielte Aktionen sah man jedoch kaum. Lezcano’s Liegefreundlichkeit auf dem furchtbaren Rasen mag zwar ein Ärgernis gewesen sein, man muss jedoch fairerweise sagen, dass er sehr oft angegangen wurde. Seine physische Stärke macht es einem Verteidiger beinahe unmöglich, auf legale Weise an den Ball zu kommen. Gekoppelt mit seiner Schnelligkeit und Technik, ist Lezcano eine echte Verstärkung für die Luzerner. Jedoch fehlte ihm aufgrund der defensiven taktischen Einstellung sehr oft die Unterstützung, weshalb seine Aktionen meist versandeten.

Die wahre Nagelprobe für die Luzerner wird jetzt in Genf warten. Gegen YB und Basel konnte man ein bisschen Moral tanken und beweisen, dass die Mannschaft funktioniert und die Kritik von zuvor zu heftig war. Allerdings verspürte man gegen diese beiden Teams auch keinen Druck. Gegen Servette werden nun wieder drei Punkte erwartet. Die Ausgangslage ändert sich und Luzern gilt als Favorit. Man kann nun nicht einfach auf Konter spielen und den Gegner kommen lassen. Vielmehr wird Eigeninitiative und offensive Kreativität verlangt. Servette ist zum Glück eine spielstarke Mannschaft, weshalb man darauf hoffen kann, dass sie versuchen werden mitzuspielen und nicht ein Spiel wie gegen Lausanne oder Thun entsteht. Deshalb dürfen die Erwartungen in die offensive Leistung diesmal höher sein, als noch in den ersten Spielen der Rückrunde.

Von Servette ist nicht so recht klar, was erwartet werden darf. In Thun spielten die Grenats eher unmotiviert und brachten im Spiel nach vorne nichts zu Stande. Die psychische Lage im Team war zu jenem Zeitpunkt jedoch eine andere. Letztes Wochenende ging die Mehrheit der Fussball-Schweiz noch von einem Konkurs der Servettiens aus. Nun zeichnet sich eine Übernahme ab, welche die Hoffnung auf eine erfolgreiche Zukunft nährt und den Spielern neue Moral geben wird. Wie sehr sich die Lage intern tatsächlich verändert, ist schwer zu sagen. Servette könnte einerseits nach wie vor moralisch gebeutelt auftreten, andererseits aber auch top motiviert und voller Tatendrang erscheinen.

Klar ist, die Genfer sind in der Tabelle mit einem Spiel weniger nur 7 Punkte hinter dem FCL klassiert. Bei einem Genfer Sieg wären die beiden Teams nach Verlustpunkten praktisch gleichauf. Es ist deshalb ein enorm wichtiges Spiel. Ich erwarte Luzern’s bisher beste Rückrundendarbietung und vollsten Einsatz. Denn jetzt gibt es keine Ausreden mehr. Zwar fehlen die beiden Aussenverteidiger Lustenberger (gesperrt) und Stahel (verletzt), eine Spitzenmannschaft sollte aber damit umgehen können. Ein Sieg bringt uns Europa einen grossen Schritt näher. Dessen muss sich auch die Mannschaft bewusst sein. Wenn das vorhandene Potential abgerufen werden kann, wird man mit drei Punkten aus Genf zurückkehren.

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